Ist das alles, Herr Carius?

(c) Bündnis 90 / Die Grünen

Es tut sich was am Erfurter Flughafen. Weniger auf dem Rollfeld, denn die Anzahl der Passagiere ist im letzten Jahr auf nur noch 270.000 zurückgegangen. Fünf Jahre zuvor waren es noch 550.000. Aber als Ausgleich wird intensiv über die Umbenennung diskutiert. Verkehrsminister Carius sieht sich nun veranlasst, diese für nächstes Jahr anzukündigen. Das sei als Gesellschafter mit 95 Prozent Anteilen auch sein gutes Recht, so Jennifer Schubert, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Doch es zeige auch, wie wenig Hoffnung sonst bestehe, aus den 220 Millionen, die seit 1990 in den Ausbau des Airports gegangen seien, Nutzen zu ziehen. Jahr für Jahr schieße das Land zudem drei Millionen für den Betrieb zu. Hinzu kämen zwei Millionen für eine nur zu 30 Prozent ausgelastete Linie nach München sowie 119 Millionen an Verpflichtungsermächtigungen für Zinsen. „Die Thüringer Flughäfen sind ein Fass ohne Boden“, so Schubert. Angesichts der bedrückenden Zahlen und Perspektiven sei die Umbenennung nur ein Feigenblatt, um wenigstens das Schlimmste der nackten Wahrheit zu kaschieren.

„Die Hoffnung auf die beiden in Auftrag gegebenen Flughafenkonzepte für Altenburg und Erfurt scheint nicht allzu groß zu sein, wenn Minister Carius jetzt mit solchen symbolischen Aktionen an die Öffentlichkeit tritt. Da hätte der Minister sich die 150.000 Euro für die Studien eigentlich auch sparen können und stattdessen Beruhigungspillen an die Beteiligten austeilen können“, so Schubert abschließend.

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