Güterverkehr gehört auf die Schiene

(c) Bündnis 90 / Die Grünen

Jennifer Schubert, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, fordert ein klares Bekenntnis der Landesregierung zum Schienengüterverkehr.

„Die Planungen von Verkehrsminister Carius, auf Thüringer Straßen überdimensionierte Lastkraftwagen – sogenannte Gigaliner – zuzulassen, sind inkonsequent“, so die Abgeordnete. „Christian Carius beklagt die Ineffizienz der Bahn und legt ihr gleichzeitig mit solchen Vorschlägen weitere Steine in den Weg“. Aus ökonomischer Sicht gebe es gute Gründe, von einer Ausweitung der schweren LKW-Fahrten Abstand zu nehmen: „Ein 40-Tonner belastet die Straßen bis zu 160.000 mal mehr als ein normales Auto. Wenn diese Kosten tatsächlich von den Spediteuren getragen werden müssten, würden diese schnell Abstand von ihren Blütenträumen nehmen“, betont Schubert.

Zu allem Überfluss werde in Thüringen gerade für Milliarden eine Neubaustrecke durch den Thüringer Wald gebaut, die nach Expertenmeinung kein einziger Güterzug nutzen wird. „Die Rampe im Thüringer Wald ist viel zu steil und Gegenverkehr im Tunnel nicht möglich. Das wissen alle Eingeweihten schon seit Anbeginn. Doch statt die Konsequenzen zu ziehen und den Tunnel neu zu planen oder das Projekt einzustellen, machen CDU und SPD die Augen zu und wollen durch“. Dieses Milliardengrab führe jetzt dazu, dass selbst die sinnvollsten Investitionen in die Bahn-Infrastruktur immer wieder aus finanziellen Gründen in Frage gestellt würden.

„Als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz wird Herr Carius ja aktuell häufiger einen Blick über den Tellerrand Thüringens wagen“, so die Verkehrsexpertin weiter. „Die Erfahrungen anderer Bundesländer sollten ihm klar machen, dass die einseitige Unterstützung seiner Vorgänger für die hastig geplante Neubaustrecke falsch war. Weitere Fehlentscheidungen gegen die Schiene als umweltfreundlichstem Güterverkehrsmittel können wir uns nicht leisten. Gigaliner wären eine solche“. Ein Beispiel des abgelaufenen Testversuches in Thüringen zeige, dass es offensichtlich nicht an Gleisen, sondern am Willen der Beteiligten fehle. „Sowohl in Hermsdorf als auch in Ohrdruf wäre ein Schienenanschluss möglich. Die Entscheidung für Monstertrucks auf der Straße war und ist nicht vernünftig, sondern nur mit den falschen Rahmenbedingungen zu erklären. Wir brauchen endlich Kostenwahrheit im Verkehr, dann wären solche Irrwege Geschichte“, schließt Jennifer Schubert.

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