
Zur Empfehlung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV) zur Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene erklärt Jennifer Schubert, Verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Die Kritik der Verbraucherschützer an der Verwendung der Regionalisierungsmittel hat einen wahren Kern, verfehlt aber das Ziel“, so die Landtagsabgeordnete.
„Der Vorschlag des VZBV, staatliche Gelder stärker nach dem Erfolg am Fahrgastmarkt und der Angebotsqualität zu verteilen, ist richtig. Wenn Thüringen etwa Taktfahrpläne umsetzt, Strecken reaktiviert und damit Fahrgäste gewinnt, dann sollte das belohnt werden“, sagt Schubert. Eine einseitige Vergabe der Mittel nach Fahrgastaufkommen lehnt sie jedoch ab. „In etwa gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land können nur gewährleistet werden, wenn auch auf dem Land ein Grundangebot an Mobilität besteht. Das ist mit den vorgeschlagenen Vergabe-Kriterien illusorisch.“
Aus Sicht der Bündnisgrünen werden in Thüringen die Regionalisierungsmittel zu oft isoliert für Verkehrsunternehmen und Parallelangebote ausgegeben. Daher wollte die Landtagsfraktion mit ihrer Initiative „Bahn und Bus aus einem Guss“ bereits vor einigen Monaten darauf hinwirken, dass das Verkehrsministerium größere Anstrengungen hin zu einem vertakteten öffentlichen Nahverkehr unternimmt. „Dies wurde leider von der Regierungskoalition mit zum Teil von Ignoranz zeugenden Argumenten abgewiegelt. Die aktuelle Kritik zeigt aber, dass in Thüringen dringender Handlungsbedarf besteht“, so die Abgeordnete abschließend.