
Heute trafen sich die Infrastrukturminister der ostdeutschen Bundesländer in Schönefeld (Brandenburg), unter anderem, um über den Ausbau der Bahnverbindungen nach Tschechien und Polen zu beraten.
Dazu erklärt Jennifer Schubert, verkehrspolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Wir begrüßen die Initiative der Verkehrsminister. Endlich soll die bislang stiefmütterlich behandelte Bahn im Verkehr mit den östlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union aufgewertet werden. Den Worten müssen jetzt schnell Taten folgen. Minister Carius hat zumindest ansatzweise erkannt, dass es eine Sackgasse ist, Millionenbeträge in die Subventionierung von Regionalflughäfen zu stecken. Jetzt sollte er sich nachdringlicher dafür einsetzen, endlich an den Bahndämmen die Schäden des letzten Jahrhunderts zu beseitigen. Die Hauptstrecken in Thüringen brauchen schnell durchgängig zwei Gleise“, betont die Verkehrsexpertin.
„Stattdessen ist das Konjunkturprogramm für den Ausbau der Bahninfrastruktur abseits der Prestigeprojekte im Vergleich zur ökologisch eher schädlichen Abwrackprämie mickrig ausgestattet.
Der stark frequentierte Teilabschnitt der Mitte-Deutschland-Bahn zwischen Erfurt und Gera muss noch auf Jahre abschnittsweise einspurig betrieben werden. Das ist ein frappierender Beweis für die falsche Gewichtung der Verkehrspolitik der vergangenen zwanzig Jahre. Solange dieser Zustand anhält, fällt diese Strecke auch für eine mögliche Wiederbelebung direkter Zugverbindungen zwischen Thüringen und Tschechien aus.
Gleiches gilt für die noch immer brachliegende Höllentalbahn zwischen Thüringen und Bayern. Diese könnte mit vergleichsweise geringem Aufwand eine Relation ins tschechische Eger ermöglichen, die vor allem dem Güterverkehr zu Gute käme. Unsere Landesstraßen würden vom zerstörerischen LKW-Verkehr befreit und dem Klimaschutz wäre geholfen. 40-Tonner belasten Straßen schließlich unvorstellbar stärker als ein PKW und produzieren viermal mehr Kohlendioxid pro Tonnenkilometer als Güterzüge.“
Hintergrundinformation:
Die Straßenbelastung eines 40-Tonnen-Lkw beträgt das bis zu 160 000-fache eines Pkw, ein 7,5-Tonnen Lkw verursacht immerhin noch die 90-fache Straßenbelastung eines Pkw. Quelle: VCD, Güterverkehr in der Stadt, 2006
Themen