
Öko tut tierisch gut!
Am 4. Oktober war Welttierschutztag. Unter dem Motto „Öko tut tierisch gut!“ widmete die grüne Landtagsfraktion diesem internationalen Aktionstag eine ganze Aktionswoche, in der die Abgeordneten die unterschiedlichsten Bio-Landwirtschaftsbetriebe in Thüringen besuchten, um sich ein Bild von den positiven Effekten ökologischer Landwirtschaft für die Tierwelt zu machen. Gerade nach den erschreckenden Bildern aus dem Schweinemastbetrieb des Thüringer Bauernverbandspräsidenten Helmut Gumpert lag es uns besonders am Herzen, zu zeigen, was ökologische Landwirtschaft für den Tierschutz leisten kann. Denn dies geht weit über den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren im Sinne möglichst artgerechter Haltung hinaus.
So standen auf dem Plan auch Bio-Landwirtschaftsbetriebe, die sich dem Artenschutz oder dem Erhalt alter Haustierrassen widmen. Wie beispielsweise der Saatgutbetrieb Rose in Erfurt, dessen Betriebsfläche von einem möglichen Universitätserweiterungsbau bedroht ist und damit auch das einzigartige Feldhamstervorkommen im Thüringer Becken. Oder der Ziegenhof Peter in Greußen, der sich als Arche-Hof für den Erhalt der Thüringer Waldziege einsetzt. Des Weiteren waren wir bei Imkereien in Meiningen und Apolda zu Gast, denn der Bienenschutz ist unerlässlich für den Erhalt unserer Ökosysteme. Und nicht zuletzt schauten wir uns im Haus Jona in Freienbessingen an, wie ökologische Tierhaltung und Suchttherapie sinnvoll miteinander verknüpft werden können.
Im Ergebnis steht fest: Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Investitionsförderung des Landes an strengere Tierwohlkriterien gebunden und die Massentierhaltung als Ursache für viele Tierrechtsverletzungen eingeschränkt wird. Gegen den Willen von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort darf es keine Ausweisung von Gewerbegebieten für die industrielle Landwirtschaft mehr geben. Hierzu wollen wir die Beteiligungsrechte der Menschen in den Kommunen weiter verbessern. Besonders wichtig ist uns für die Zukunft eine verbesserte Kontrolle im Rahmen der Tierwohlstrategie, die derzeit von der Landesregierung entwickelt wird.
Wir bedanken uns bei allen Tierschützern und Tierschützerinnen, Tierfreunden und Tierfreundinnen, die sich nicht nur in der ökologischen Landwirtschaft, sondern auch in privaten Initiativen, Tierheimen, Arten- oder Naturschutzprojekten oft mit großem persönlichen Engagement für das Wohl und die Rechte von Tieren einsetzen!
Pressestatements:
Dirk Adams, Fraktionsvorsitzender, zu seinem Besuch Saatgutbetrieb Rose in Erfurt: „Der Besuch hat gezeigt, dass der Anbau und die Zucht von Saatgut unter höchsten ökologischen Standards den Lebensraum bedrohter Tierarten schützen kann. Die Vielfalt und die Anbauzyklen der Pflanzenarten des Saatgutbetriebs bieten ideale Bedingungen für den Feldhamster. In den vergangenen Tagen wurde auf der Artenschutzkonferenz in Johannesburg über den Erhalt schützenswerter Arten verhandelt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass vor allem regional bedrohte Tierarten wie der Feldhamster geschützt und beachtet werden.“
Olaf Müller, landwirtschaftspolitischer Sprecher, war zu Gast auf dem Biolandhof der Familie Voigt in Schkölen und bei dem jungen Imker Max Reschke in Apolda: „Im Betrieb der Familie Voigt haben die Tiere genügend Zeit zum Aufwachsen, Platz und Auslauf – so wie es sein sollte. Der Besuch bei Max Reschke hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die Strukturen unserer Landwirtschaft nachhaltig zu überdenken. Wenn Monokulturen weiterhin die vorherrschende Anbauform auf unseren Äckern bleiben, verhungern unsere Bienen.“
Babett Pfefferlein, verbraucherschutzpolitische Sprecherin, besuchte das Haus „Jona“ in Freienbessingen und den Ziegenhof Peter in Greußen: „Hier werden nach den Grundsätzen der ökologischen Kreislaufwirtschaft landwirtschaftliche Erzeugnisse produziert, die weit über den Kyffhäuserkreis hinaus ihre begeisterte Kundschaft finden. Die Qualität der Produkte ist hervorragend, darauf können alle an der Erzeugung beteiligten sehr stolz sein. Es ist ein gutes Signal, dass sich zahlreiche Menschen in unserer Region für eine ökologische Landwirtschaft stark machen – so bleibt die Umwelt gesund und es kommen gute Lebensmittel auf die Teller.“
Roberto Kobelt, Mitglied im Agrarausschuss des Thüringer Landtags, besuchte das LVV Ökozentrum Werratal, den Imkerverein Meiningen und den Biobauer Knauer in Remda-Teichel: „Nachdem meine letzte Begegnung mit Schweinen im Thiemendorfer Skandalbetrieb deprimierend war, zeigte sich bei meinen Besuchen ein anders Bild, wie mit Tieren umgegangen werden kann. Gruppenhaltung statt Kastenstände. Strohlager statt Spaltböden. Freilauf und frische Luft statt dunkle, stickige Hallen. Selbstangebautes Futter statt Gensoja aus Übersee und vor allem volle Transparenz und Offenheit schaffen Vertrauen. Hier wurde deutlich sichtbar, dass sich die etwas höheren Preise an der Fleischtheke für mehr Tierwohl und Arbeitsplätze in der Region wirklich lohnen.“
Druckfähiges Bildmaterial der einzelnen Stationen stellen wir Ihnen auf Anfrage sehr gern zur Verfügung!