Zu guter Bildung gehört ein sicherer Schulbus

(c) Bündnis 90 / Die Grünen

Aus Sicht der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen die Thüringer Verkehrsbetriebe mit der heutigen Vorstellung des Schülerferientickets, dass sie ihre Aufgabe ernst nehmen, Kindern und Jugendlichen auch in deren Freizeit einen attraktiven öffentlichen Verkehr zu ermöglichen.

Allerdings trübt die vor kurzem veröffentlichte ADAC-Schulbusstudie die Sicht auf die Qualität der Schülerbeförderung in Thüringen. Ihr Prädikat: teilweise mangelhaft.  Unangemessener Zeitdruck führe zu überhöhter Geschwindigkeit der Schulbusse und ungenügender Betreuung der Schülerinnen und Schüler. „Erst die nationale Studie brachte die Mängel an die Öffentlichkeit“, kritisiert Jennifer Schubert, Abgeordnete von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag. Sie führt dies auf mangelnde Mittel der Kommunen und eine fehlende Kontrolle durch das Land zurück.


„Die kommunale Selbstverwaltung darf beim Schulbusverkehr nicht dazu führen, dass Risiken für Kinder und Jugendliche eingegangen und dann noch nicht einmal im Nachhinein erkannt werden“, sagt Jennifer Schubert. „Hier liegt möglicherweise ein Interessenkonflikt vor“, so die verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion. „Städte und Landkreise müssen auf der einen Seite Kosten senken, auf der anderen Seite haben sie die Pflicht zur Schülerbeförderung. Da bleibt die Qualität schon mal auf der Strecke.“

Oft gebe es noch nicht einmal Fahrgastbeiräte in denen offensichtliche Mängel angesprochen werden könnten. Es sei deshalb notwendig, dass die Landesregierung ihre Kontrollaufgabe wahrnehme. Schubert: „Was für die Finanzen gilt, sollte auch für die Sicherheit gelten. Kommunen, die diese nicht selbst gewährleisten können, brauchen Kontrolle und Unterstützung durch das Land.“


Mit einer guten Qualitätssicherung lasse sich auch die Zuverlässigkeit im öffentlichen Verkehr verbessern. „Eine Schülerin, die dreimal den Anschlussbus verpasst, lässt sich dann doch lieber vom Taxi Mama oder Papa abholen – und kommt schon gar nicht auf die Idee, den Bus auch privat zu nutzen. Diese Abwärtsspirale können wir umkehren. Qualitätssicherung ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, so Schubert abschließend.