
Die jüngste Ankündigung von Facebook, die neue Darstellungsform von Profilseiten als Lebenschronik in den nächsten Tagen für alle NutzerInnen verbindlich zu machen, wird von Carsten Meyer, dem medienpolitischen Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, deutlich kritisiert. „Facebook bricht damit sein Versprechen, jedem die Wahl zu lassen, ob er oder sie diese umstrittene Form der Datenaufbereitung nutzen möchte oder nicht. Aber nicht nur das Aussehen wird sich für die NutzerInnen ändern. Überaus kritisch sehen wir das nun eingeführte automatisierte Teilen von Inhalten, das sogenannte Frictionless Sharing“, so Meyer.
Das Frictionless Sharing, also Teilen von Inhalten ohne ausdrückliche Zustimmung durch die NutzerIn, kann im Moment noch durch das Vornehmen von Einstellungen verhindert werden. Dies erfordere Medienkompetenz für einen sensibleren Umgang mit Facebook, denn Sensibilität im Umgang mit Daten könne man von Facebook wiederum leider nicht erwarten. „Hier wird nun deutlich sichtbar, dass Facebook die Daten seiner NutzerInnen nicht nur erhebt, sondern auch nutzt. Facebook ist eben nicht kostenlos – die Nutzerinnen und Nutzer bezahlen teuer mit ihren Daten“, betont der bündnisgrüne Medienexperte Meyer.
Ausdrücklich begrüßt Meyer in diesem Zusammenhang die von der Europäischen Kommission geäußerte Kritik am mangelnden Datenschutz von Facebook und die Pläne zur europaweiten Verbesserung des Internetdatenschutzes. Dieser müsse jedoch unbedingt mehr sein als der kleinste gemeinsame Nenner der EU-Mitgliedstaaten. „Jede Erhebung von Daten muss sich an den Grundsätzen der Datensparsamkeit, einer engen Zweckbindung und der Verhältnismäßigkeit orientieren. Umgekehrt ist jedoch auch eine Stärkung der Medienkompetenz und des Bewusstseins zum verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Daten notwendig. Ich selbst werde die Neuerungen bei Facebook zum Anlass nehmen, mein dortiges Nutzerverhalten kritisch zu überprüfen“, schließt der bündnisgrüne Medienpolitiker.
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