
Der heutige internationale Tag des Waldes soll auf die Bedeutung dieses Lebensraums und seine Gefährdung aufmerksam machen – weltweit und auch hierzulande.
Dazu erklärt der Umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten: „Die derzeitige Organisationsstruktur der Thüringer Forstverwaltung hat sich bewährt und muss auch zukünftig gesichert werden. Nur durch das Gemeinschaftsforstamt lässt sich eine nachhaltige Wald-, Forst- und Holzwirtschaft in Thüringen sichern.“ Die aktuellen Defizite in der Personalausstattung der Forstverwaltung sieht Augsten kritisch. Stellenkürzungen, fehlende Einstellungskorridore für Forstwirte sowie Förster im gehobenen und höheren Dienst und die Altersstruktur bei den Waldarbeitern gefährdeten die Wald- und Forstwirtschaft. Schon jetzt sind Reviere nicht besetzt.
„Ohne notwendige Korrekturen in der Personalpolitik kann die Sicherung aller Waldfunktionen zukünftig nicht gewährleistet werden“, sagt der Grünen-Politiker. Auch vor dem Hintergrund der ungenutzten Holzvorräte im Privatwald, sei eine langfristige Betreuung der Kleinwaldbesitzer durch die Forstverwaltung von großer Bedeutung, um die heimische Holzindustrie mit ausreichend Holz versorgen zu können.
„Neben der stärken Mobilisierung der ungenutzten Ressourcen aus dem Privatwald, muss sich Thüringen seiner Verantwortung zum Erhalt der Artenvielfalt stellen“, so Augsten weiter. Die Erfüllung der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung – fünf Prozent der Gesamtwaldfläche aus der Nutzung zu nehmen – sei rasch zu realisieren. Aktuell verfügt Thüringen über zwei Prozent ungenutzter Waldflächen. Rund 15 000 Hektar sind noch notwendig, um das Ziel zu erreichen. „Viele Arten sind auf ungenutzte Wälder und eine natürliche Walddynamik angewiesen“, sagt Augsten.
Die Ursachen der anhaltenden hohen Waldschäden müssten an der Wurzel angepackt werden. Dazu zählt die Reduzierung der Stickoxideinträge aus der Luft, insbesondere durch den Straßenverkehr. „Ohne eine grundlegende Wende in der Verkehrspolitik können wir uns andere Maßnahmen sparen“, gibt Augsten zu bedenken. Des Weiteren sei der Grundsatz Wald vor Wild konsequent umzusetzen. „Das ist eine zwingende Voraussetzung für die Naturverjüngung und einen erfolgreichen Waldumbau.“
Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bedeutet nachhaltige Waldbewirtschaftung den Vorrang der stofflichen vor der energetischen Nutzung des Holzes, betont Augsten. „Wir können unsere Energieprobleme allein mit Wind, Sonne, Biomasse und verbesserter Energieeffizienz lösen. Holz gehört deshalb nicht in den Ofen, sondern in die Weiterverarbeitung – das ist dann echter Klimaschutz!“